Nachhaltige Holzarbeit vom Tegernsee

Nachhaltige Holzarbeit vom Tegernsee




Kennt ihr das, wenn ihr bei Freunden zu Besuch seid, an einem Möbelstück vorbeiläuft und denkt ‘Hoppla, das sieht irgendwie anders, besonders aus.’ Es sticht sofort ins Auge. Man möchte die Hand über die Oberfläche gleiten lassen. Schön, veredelt, bestimmt nicht von diesem schwedischen Möbelhaus. Wo ist das denn her?

So ging es mir als ich zum ersten Mal handgefertigte Holzstücke von Fabian Diem gesehen habe. Zunächst habe ich mir selbst einige Stücke fertigen lassen – kleine Frühstücksbretter, aus Ahorn und Kirschbaum, fein verarbeitet; einen Schemel für’s Bad und dann mein Herzensstück: ein langer, schmaler Tisch aus Eiche an dem ich auch täglich sitze und arbeite. Ich bin ganz verliebt in dieses schöne Holz, die glatte Fläche, die feine Verarbeitung und den Duft des frischen Wachses. Jeden Tag auf’s Neue.

Für Fabian hat die Wertigkeit und Langlebigkeit eines jeden Holzstücks, das man in sein Leben hineinlässt, eine ganz besondere Bedeutung, fern von billiger Importware, die dazu gemacht wurde, nach kurzer Zeit ersetzt und entsorgt zu werden.

Feine Holzarbeiten vom Tegernsee

Fabian selbst lebt mit seiner Familie auf einem urigen Bauernhof etwas abseits vom Tegernsee. Unweit davon ist seine Werkstatt, in die er sich zurückziehen kann, um seine Werke ins Leben zu rufen. Fabians besondere Fähigkeit ist die Verbindung aus solidem Handwerk und feinsinniger Kunst. 

Erste Berührungspunkte zu Holz als Material erlangte er mit alten Fässern der Tegernseer Brauerei, mit denen er als dort ausgebildeter Bierbrauer hantierte. Das Material Holz sollte zu seinem Lebensmittelpunkt werden – er wurde zunächst Holzbildhauermeister und erlangte danach einen Hochschulabschluss der freien Bildhauerei von der AdbK München bei Professor Olaf Nicola. Eine Kurz-Vita zu Fabian findet ihr hier.

Nachhaltigkeit als Philosophie

Fabian arbeitet mit Vorliebe mit Massivhölzern, aber auch Althölzer, die nach schon erbrachtem Dienst zu neuem Leben erweckt werden. Z.B. ein alter Dachstuhl, der zu einer gesamten Inneneinrichtung umfunktioniert wurde. Oder aber alte Fässer, dessen Dauben, die Längsbretter des Fasses, in vielfältigste Gegenstände umfunktioniert werden, sei es Servierplatten, Schalen oder eim Schemel. Fabians Ansatz liegt darin, vorhandenes Material zu verarbeiten und ihm einen neuen Sinn zuzuführen – Weiterverwertung statt Entsorgung. Nachhaltigkeit statt Wegwerfkonsum. 

Der Einsatz von Massivhölzern steht unter einem ähnlichen Stern. Das Holz ist standhaft und lässt sich bei Verschleiß einfach wieder aufbereiten, z.B. durch ein leichtes Abschleifen der Oberflächen und erneute Behandlung des Materials mit Wachs oder Öl. Solche Stücke sollen langlebig sein – und auch frechen Kinderhänden widerstehen.

Im Zentrum von Fabians Arbeitsweise steht auch die “reine Holzverarbeiung”. D.h. seine Möbelstücke werden nicht genagelt, sondern mit robusten Holz- bzw. Zimmermannsverbindungen (Schlitz/Zapfen) und bei feineren Verbindungen mit verkeilten Zapfen, Schwalbenschwänzen oder Holznägeln zusammengefügt. Das Endprodukt ist damit rein, ohne störende Hilfsmittel, was zur Ästhetik des Stücks maßgeblich beiträgt.

Zeitlos und handgefertigt für mehrere Generationen

Das Fundament vieler von Fabians Werken ist, dass er sich an Gebrauchsgegenständen und Mobiliar alter Bauernhöfe orientiert. Charakteristisch ist bei diesen Exemplaren mithin, dass sie Generationen überdauern und über die Zeit und den intensiven Gebrauch zu einem individuellen Erscheinungsbild heranreifen. Je mehr Zeit ins Land geht, desto stärker verändern sich die Stücke und passen sich durch die Nutzung an ihre Umgebung an: Dies kann ein schöner, glänzender Ton auf einer abgesessenen Bank sein; eine Verdunkelung der Oberflächenfarbe, die sich erst mit der Zeit entwickelt hat oder abgerundete, glatte Ecken, die zum Drüberstreichen einladen. Somit wird erst durch den Gebrauch die schönste Version eines Stückes offengelegt. Aber nicht nur das. Die Stücke werden zudem immer mehr “unsers”, denn erst durch unser Zutun verändern sie sich mit uns mit, speichern Erinnerungen und gehen in ein persönliches Unikat über –– jedes Stück ist damit einzigartig und sehr persönlich.

 

Selbstverständlich dient dieser Gedanke auch als Gegenentwurf in einer Zeit, in der das Gegenteil oftmals der Fall ist: günstig produzierte Gegenstände nutzen sich durch den Gebrauch schnell ab, zerfallen und werden entsorgt oder einfach aufgrund eines vermeintlich neuen Trends ausgetauscht. Nach Fabians Überzeugung hingegen sollen seine Werke uns idealerweise ein Leben lang begleiten, bereichern und uns immer wieder Freude bereiten. Ich persönlich habe gelernt diese Einstellung zu schätzen und finde sie nicht nur schön, sondern auch durch und durch erstrebenswert. 

Gemeinsam mit Fabian habe ich beschlossen einige seiner Stücke im Tegernsee Kitchen Concept Store anzubieten. Fast alle Teile sind Einzelstücke, die mit viel Liebe zum Detail und mit hohem Arbeitseinsatz von Fabian entworfen und erschaffen worden sind. Einzelstücke, wovon jedes seine eigene Besonderheit besitzt und dafür gemacht ist, sich bereichernd in den Alltag seines Besitzers einzufügen.

Hier findet ihr eine besondere Auswahl von Fabian’s Stücken. Schaut ansonsten direkt im Concept Store vorbei.